Churchill - The Gathering Storm (2002, Fernsehfilm)
Churchill: "We're all worms in the end...but at least I'm a glow worm."
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London 1937: Der britische Parlamentsabgeordnete und spätere Premierminister Churchill (Albert Finney) versucht die englische Nation, die von ihrer beschwichtigenden Appeasement-Politik überzeugt ist, von der Gefahr für Europa durch das durch die Terrorherrschaft Adolf Hitlers aufstrebende Nazi-Deutschland zu warnen. Während die Hinweise des störrischen Politikers ignoriert werden, gerät auch sein Privatleben immer mehr in eine Krise. Durch seine Arroganz gefährdet der Vater von vier Kindern - nach einem Streit über den gemeinsamen Sohn Randolph - die Ehe mit seiner Frau Clementine (Vanessa Redgrave). Sein Landhaus Chartwell ist sein Rückzugsort in dieser schwierigen Zeit: Hier entspannt er, malt, arbeitet am Haus, feiert verschwenderische Parties und schreibt, um das Familienvermögen zu retten und nicht Konkurs zu erleiden, ein Buch über seinen Vorfahren Duke of Marlborough. Mit Hilfe des Regierungs-Beamten Ralph Wigram (Linus Roache) sammelt der Diplomat geheime Informationen über Deutschland - besonders über die wachsende Luftwaffe - und bereitet sich darauf vor, England durch schwere Kriegszeiten zu führen, die er selbst wohl am meisten fürchtet.
Lena Headey spielt Ava Wigram, die schöne Frau von Ralph Wigram, der eine Abteilung des Außenministerium leitet. Sie bestärkt ihren Mann darin, geheime Unterlagen an Churchill weiterzuleiten. Die willensstarke Funktionärsgattin und Mutter eines autistischen Sohnes wird schließlich sogar selbst von den politischen Gegnern Churchills bedroht, was sie jedoch nicht an ihrem Standpunkt zweifeln lässt. Lena spielt ihre Rolle tadellos und harmoniert bestens mit den anderen Darstellern, insbesonderen ihrem Filmsohn.
Die BBC-Produktion 'The Gathering Storm', nach dem Drehbuch von Hugh Whitemore gewann 14 Preise, darunter drei Emmys. Der Films trägt den gleichen Namen wie der erste Band von Churchills sechsteiliger Autobiografie und beschreibt sein Leben als Politiker und Privatmensch vor Beginn des 2. Weltkrieges. Albert Finney spielt den exzentrischen alten Mann sensationell gut. Er überstrahlt alle anderen Charaktere mit seinem behäbigen Auftreten und seiner knarzigen Stimme. So wird ein facettenreiches, menschliches Bild von Churchill und dessen Beziehung zu seinen Mitmenschen gezeichnet. Dass der Film schließlich mit Englands Kriegseintritt endet, ist fast schon bedauerlich, da der Film mit viel Liebe zum Detail gedreht wurde und mit treffenden Dialogen glänzt. Angesichts der kurzen Spielzeit klaffen in der historischen Handlung zum Teil enorme Lücken und Ungenauigkeiten auf. Diese fallen jedoch kaum ins Gewicht, zumal sämtliche Nebenrollen exzellent besetzt wurden. Überhaupt ist der Streifen eher ein Liebesfilm als eine präzise historische Dokumentation.
Auf der (englischen) DVD gibt es neben kurzen Profilen von Cast & Crew eine Audio-Kommentarspur von Regisseur Richard Loncraine und Produzent Frank Dolger. Die beiden reden viel über die Kulissen und die Ausstattung, aber auch über die Darsteller und die Dreharbeiten. Dabei spricht Richard Loncraine (im Gegensatz zu Frank Dolger) Lenas Namen korrekt aus.
Links
HBO (Seite zum Film)IMDb (Seite zum Film)

