Mrs. Dalloway (1997, Spielfilm)
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Clarissa Dalloway (Vanessa Redgrave, Natascha McElhone) ist anno 1923 eine in Würde gealterte Frau. Sie denkt zurück an ihre Jugend auf dem Land, die sie mit Peter (Michael Kitchen, Alan Cox) und Sally (Sarah Badel, Lena Headey) verbrachte. Obwohl die beiden damals in sie verliebt waren, heiratete sie den Politiker Richard Dalloway (John Standing, Robert Portal) und wählte damit ein abgesichertes Leben. Nach vielen Jahren kommt Peter ausgerechnet an dem Tag aus Indien zurück, an dem sie eine große Party geben will. Parallel zu dieser Handlung wird das Schicksal des suizidgefährdeten Septimus Warren Smith (Rupert Graves) erzählt, der an einem Kriegstrauma leidet, mit den anderen Personen aber nur wenig zu tun hat. Bei der abendlichen Party taucht dann auch Sally wieder auf und schwelgt mit Peter zusammen in Erinnerungen.
Anfangs strahlt Lena Frische und Fröhlichkeit aus, die im direkten Gegensatz zum altmodischen Flair des Streifens steht. So möchte die junge Rebellin Sally einen Verein zur Abschaffung des Privateigentums gründen. Ihr verdankt Clarissa auch den „köstlichsten Moment ihres ganzen Lebens“: ein Kuss der beiden jungen Frauen im Mondschein. Lenas Figur wird allerdings nach und nach ausgeblendet.
Die Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Virginia Woolf, deren Drehbuch von Eileen Atkins verfasst wurde, deutet immer wieder Spannungsmomente an, die sich aber in dem wilden Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart verlieren. Außerdem gibt es eigentlich nur zwei Szenen, die ansatzweise tiefere Emotionen vermitteln: Clarissas Abkehr von Peter und der Selbstmord. Der restliche Film dümpelt vor sich hin und verliert sich am Ende in zu spät erkannten Lebensweisheiten aus Watte. Wahlweise kann man ihn altmodisch, anspruchsvoll oder langweilig finden. Dass die gealterte Sally weder optisch noch charakterlich viel mit dem zuvor gezeigten jungen Mädchen zu tun hat, ist neben der etwas trägen Handlung der größte Makel des Films.

