Empire-Interview mit Lena Headey (Februar 2006)
Lena Headey, die kürzlich in The Brothers Grimm zu sehen war, entwickelt sich immer stärker und ist diesen Monat in Imagine Me & You zu sehen, einer romantischen Komödie. Darin spielt sie Luce, die Floristin bei Rachels (Piper Perabo) Hochzeit, wobei sie feststellt, dass sie ebenso hingerissen von der Braut ist wie der Bräutigam. Wir trafen die britische Schauspielerin um über den Film, ihren nächsten Streifen - 300 mit Gerard Butler - und ihre Karriereziele zu diskutieren.
Was hat Ihr Interesse an Imagine Me & You geweckt?
Nun, ich liebte den Schreibstil, ich finde, Ol (Parker) ist ein großartiger Autor, und ich liebte Luces Charakter. Das war auch schon alles, was ich brauchte.
Es handelt sich dabei nicht nur um eine romantische Komödie - die Geschichte hat auch eine ziemlich dramatische Seite.
Ich denke, sie ist sehr echt, und ihr Reiz liegt darin, dass sie tatsächlich - und das mochte ich ebenfalls daran - sehr ehrlich ist. Es geht um das Timing im Leben und darum, dass überall auch Schmerz ist, wo Liebe ist.
Stimmt. Sie haben bereits vorher mit Piper (Perabo) in The Cave zusammengearbeitet. Es gibt ein Interview in den Printmedien, in dem keine von Ihnen sonderlich glücklich darüber zu sein scheint.
Oh mein Gott! (lacht) Nein, es war auf alle Fälle eine Erfahrung. Ich weiß nicht - das meine ich mit Timing. Möglicherweise hat uns das zusammengeschweißt, so dass diesmal alles einfach zu spielen war.
Lag darin auch ein Stück weit der Reiz? Oder wussten Sie nicht, dass Piper ebenfalls mitspielen würde?
Nein, nach The Cave fuhren wir nach Hause und riefen uns gegenseitig an - wir freuten uns, dass wir nicht mehr in Rumänien waren und etwas essen konnten, meinten "Mein Gott, was hast du gegessen?!" Ich schätze, wir waren besessen. Aber im Laufe des Gesprächs sagte ich "Oh, ich habe dieses Drehbuch gelesen, blablabla" and sie meinte "Oh, das habe ich auch gelesen." Als ich zum Vorsprechen ging, fragte ich deshalb "Wie war Piper?" und sie sagten "Sie ist toll, wir haben sie im Hinterkopf." Ich sagte dann, dass sie liebenswürdig ist und umgänglich und professionell und einfach eine gute Gesellschaft. Sie hatten ein weiteres Treffen und das war es - sie riefen an und wir sagten "Wuuhuu, wir sind beide dabei!"
Sie haben vermutlich nie Angst gehabt, ein klein wenig kontrovers zu sein?
Nein, aber es ist sonderbar - ich habe gehört, dass jemand die Rolle ablehnte; und (ihre Agentur) sagte so etwas wie "Sie will einfach keine Lesbe spielen." Ich weiß nicht, denn daran denke ich überhaupt nicht. Und die Geschichte macht nicht viel Aufhebens darum - es heißt nicht "Ich bin homosexuell!" Es geht einfach um Liebe. Das Publikum wird es hoffentlich - und ich bin mir sicher, es wird - auch so sehen.
Am entgegengesetzten Ende der Kinolandschaft sind Sie demnächst mit 300 am Start.
Ja, es wird klasse. Der Regisseur ist fabelhaft und mehr als enthusiastisch - etwa wie ein Verrückter mit einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, aber genau das, was man will, und er weiß genau, was er will. Es war ein sehr aufregendes Projekt wegen seiner Freude an dem Film. Seit drei Jahren ist er damit unterwegs und will ihn machen. Es war eine tolle Erfahrung und es dürfte atemberaubend und ausgesprochen aufregend werden. Es gab nichts als green- und bluesceens.
Wie erging es Ihnen damit? Einige Schauspieler mögen das nicht sonderlich...
Es ist sehr... ich weiß nicht - es kann sehr befreiend sein, aber es ist auch unglaublich frustrierend und seltsam, weil man keine Erinnerungen oder so - keine emotionale Verbindung hat. Man ist einfach im Raum und es heißt "Schau' den Vogel an!" and man fragt "Wo ist er?"
Haben Sie in dem Film irgendwelche Stuntszenen?
Eigentlich nicht - Ich durfte jemanden mit einem Schwert erstechen, was spaßig war. Denn alle Jungs dürfen kämpfen und ich trage die meiste Zeit über herrliche Kleider. Und dann darf ich letztendlich doch noch einen Bösewicht töten.
Gibt es jemanden, mit dem Sie in Zukunft gerne zusammenarbeiten würden?
Shane Meadows und Pedro Almodovar wären sicherlich meine Wahl.
Nun, wir werden das veröffentlichen.
Ja, schreibt Shane Meadows! Denn ich würde dafür sterben - ich halte ihn für ein Genie.
Gehen Sie oft ins Kino? Oder gehören Sie den Schauspielern, für die die Arbeit genug Kontakt mit dieser Welt darstellt?
Nein, ich liebe Kino. Liebe, liebe, liebe es - es gibt mir das Gefühl von Geborgenheit. Was habe ich gesehen? Ich war in Bulgarien. Zuletzt habe ich Mission: Impossible 3 gesehen.
Wie fanden Sie den Film?
Nun, ich hatte bisher keinen der Filme gesehen. Es war eher ein Akt der Verzweiflung, einfach etwas unternehmen, und es standen dieser Film oder The Da Vinci Code zur Auswahl. Also meinte ich "Gut, Mission: Impossible 3" - und ich mochte ihn wahnsinnig! Ich würde so etwas liebend gerne selber machen. Ich fand, es war eine tolle Rolle für eine Frau in einem großen Kommerzstreifen. Es war sehr cool. Und die Actionszenen waren brillant.
Es ist immer noch schwierig für Frauen, Rollen zu finden - das hört man oft...
Ich habe heute früh mit diesem Mann gesprochen, und es ist sehr selten, dass man etwas derart Befriedigendes findet. Aber ich habe gerade erst etwas gelesen, das vielleicht das beste ist, was ich je gelesen habe. Es ist wirklich, wirklich aufregend. Es ist eine großartige weibliche Rolle, und es ist episch und aufregend und mitreißend - aber ich kann noch nicht mehr dazu sagen - ich könnte es verhexen!
Wollten Sie immer Schauspielerin werden?
Ja, aber es ist seltsam - Ich wollte es und bin es, aber Regie führen finde ich inzwischen ebenso faszinierend.
Haben Sie diesbezüglich irgendwas vor?
Wir haben momentan ein Drehbuch und überlegen uns, wie wir weiter vorgehen. Es ist sehr... ich glaube, das britische Kino ist zu formelhaft geworden, um in Amerika besser vermarktbar zu werden. Deshalb mag ich das, was Shane Meadows macht - er bleibt bei seinen Leisten und macht großartige, echte Filme. Dieses Drehbuch geht in diese Richtung. Es ist ganz schön roh, es ist nicht hübsch.
Gibt es schon eine Besetzung?
Nun, ich habe eine Besetzung, von der ich träume! Das wären Ray Winstone, Ian Hart, Dianna Quick und Albert Finney.
Wow...
Ja, genau! Es ist reinste Träumerei
