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Blackfilm-Interview mit Lena Headey (19. August 2005)

Brothers Grimm. Ein Interview mit Lena Headey.

Am 26. August kommt "Brothers Grimm" heraus, das Abenteuer der legendären Märchenerzähler Will und Jake Grimm (Matt Damon und Heath Ledger), zweier Brüder, die zu Napoleons Zeiten durch die Landschaft reisen und dabei Monster und Dämonen im Tausch gegen schnelles Geld bezwingen. Während ihrer Reise treffen die Brüder auf die ortsansässige Fährtenleserin Angelika, gespielt von der britischen Schauspielerin Lena Headey. Anders als in anderen Filmen, in denen die weibliche Rolle das Fräulein in Not ist, sieht sich Lenas Charakter lieber als gleichwertig zu den Brüdern, wenn nicht sogar besser. Zu Headeys bisherigen Filmen gehört bereits romantische Fantasy mit ein. "Lieber gestern als nie" und das Teenager-Drama "Tödliche Gerüchte" mit Kate Hudson. Im Gespräch mit blackfilm.com geht Ms. Headey auf ihren Charakter in "Brothers Grimm" ein, sowie auf die Arbeit mit Matt und Heath.

Hatten Sie Freude an all der körperlichen Arbeit, die Sie im Film haben?

Ich liebte es.

Hatten Sie trainiert?

Ja. Es gab einige Tage, an denen ich Bogenschießen und Reiten lernte, weil ich das letzte mal, als ich auf einem Pferd ritt, ungefähr 12 Meilen mitgeschleppt wurde. Deswegen waren es ein paar Tage, aber nicht lang.

Waren Sie gut darin oder verpassten Sie tatsächlich Ihr Ziel?

Ich war ein Genie. (Lacht). Jedes einzelne mal ein Volltreffer. Manchmal gut, manchmal schlecht.

Mochten Sie, wie tough der Charakter war? Obwohl dies ein altmodischer Fantasyfilm ist, hat sie (der Charakter) diesen modernen Ansatz, indem sie nicht ohne einen Kampf untergeht.

Yeah. Das, was mich an ihm angezogen hat, war der Teil, indem man liest - feminine Frauen im historischen Kontext sind normalerweise ziemlich berechenbar. Und das liebte ich an Angelika, die Tatsache, dass sie eigensinnig ist und weiß, wer sie ist und ganz zufrieden und selbstständig ist. Aber ich denke Leute, die nicht vor Jahrhunderten porträtiert wurden und so. Ich bin sicher, dass es Frauen gibt, die dachten "Scheiß drauf!"

Eine der Szenen, die einige Zuschauer stören könnte, ist die Hasen-Szene. Was haben Sie benutzt?

Nun ja, sie baten mich einem das Fell abzuziehen und ich bin hin um zuzuschauen und wollte es tun, aber konnte es nicht.

Waren Sie, als sie aufwuchsen, immer ein Fan der Brüder Grimm-Erzählungen?

Yep. Ich hatte mehrere Geschichten und Bücher und Illustrationen und das ganze Zeug.

Was war Ihr Favorit?

Das ist eine Standardfrage bei diesem Pressetermin. Ich würde sagen, ich fand The Three Billy Goats Gruff waren großartig und es gab eine Grimm-Fabel über Hunde mit großen Augen und die Augen wurden größer und größer während man an all den Hunden vorbei läuft. Es ist lange Zeit her, seit ich alle diese Geschichten gelesen habe. Aber um Ihre Frage zu beantworten, der Hase war aus Latex. Er war voller mit Blut gefüllten Kondomen.

Wie war es mit Matt und Heath zu arbeiten?

Sie waren ziemlich angenehm, beide offensichtlich abscheulich hässlich, so dass es schwer war sie anzusehen. (Lacht). Es war wie von der Sonne geblendet zu sein. Aber sie waren liebenswerte Kerle. Man trifft sie und sie sind gute Menschen und das ist immer schön zu entdecken.

Haben Sie mit ihnen wacker standgehalten?

Yeah. Ich denke doch. Sie ist ein kleiner Charakter, deswegen konnte ich es nicht wirklich nicht tun. Wenn ich um Hilfe hätte schreien müssen, glaube ich nicht, dass ich es getan hätte.

Wie war es mit Terry Gilliam zu arbeiten?

Er ist ziemlich einzigartig. Er geht mit Perfektion durch seine Vision und Hingabe und Leidenschaft und es frustriert manchmal, wenn es jemanden gibt, der genau weiß, was er will und es manchmal etwas schwierig ist, das rüberzubringen. Es gab Momente, in denen Geschrei ein großer Teil des Geschehens waren. An manchen Tagen weiß man nicht, auf was man treffen wird, was gut und schlecht ist. Andernfalls ist es langweilig. Man will niemand der sagt: "alles ist toll".

Wie war es am Set mit dem Wald zu arbeiten?

Das war umwerfend. Es machte so viel Freude auf etwas zu gehen, das da war und greifbar war. Und für die Szene wo ich arbeite, bauten sie das Dorf auf und es gab diese Kerle mit Bärten. Das Dorf erschien einfach und es war so altmodisch, wie sie es nur machen konnten. Man muss nicht in einen Blue Room reinlaufen und nach etwas suchen.

Wie war der Ablauf des Vorsprechens? Mussten Sie die körperliche Seite zeigen um es zu erreichen?

Nein, ich musste nur ein paar Szenen mit Matt, Heath und Terry in einem Raum machen, was einfach beängstigend ist.

Welche Szene war das?

Wir spielten ein paar. Wir machten eine Szene, in der sie sich zerstreiten und ich Matt eine klatsche.

Haben Sie ihn wirklich geschlagen?

Yeah. Matt meinte: "Es ist in Ordnung, mach es" und ich: "Okay".

Was dachten Sie über die Unisex-Kleidung, die Sie trugen?

Ich hatte ernsthaft die Theorie, dass Angelika lesbisch war. Ich liebte das Kostüm und fand es wunderschön und wieder war es ein weiteres Genie, Gabriella, die alle Kostüme anfertigte und sie fand einfach den kleinsten Faden um es passend zu machen. Es war wirklich zauberhaft, die ganze Produktion davon.

In Ihrer Vorstellung, auf wen war sie heißer?

Meiner Vorstellung nach war sie's gar nicht. Sie mochte die Jungs als Brüder. Für sie war's "Ihr seid eigentlich nicht mein Typ". Sie wartet eher auf ein paar Mädels, die in die Stadt kommen.

Sind Matts und Heaths Persönlichkeit im wirklichen Leben ähnlich wie ihre Rollen? Ist Heath eher der kontaktfreudigere Kerl?

Nein, sie sind beide sehr lustig und ich denke, dass das die einzige Ähnlichkeit zu ihren Charakteren ist. Sie zogen sich auch besser an, als die Brüder.

Vor wie langer Zeit machten Sie diesen Film?

Ich glaube es war 2003. Er ließ lange auf sich warten, aber ich schätze, all jene großen Dinge kommen letztendlich noch raus. Es gibt Milliarden Menschen, die entscheiden was und wo.

Wie war der Probedurchgang?

Wir machten ein paar, nicht viele. Es passierte viel. Er war besessen von den Aufnahmen und dem Pferd und diesem und jenem. Das Meiste bei der Probe war das Reiten und körperliche Zeug. Darüber redeten wir mehr als über alles andere.

Mussten Sie sich während der Schauspielperformance umstellen?

Das macht man immer. Ich glaube das passiert ohnehin einfach. Es ist wie für vielleicht zwei Minuten statt einer Stunde auf einer Bühne zu sein. Wenn man dort ist, ist man dort. Man tut, was man tut. Danach denkst du entweder "Ah Mist" oder "Das war in Ordnung".

Sie klingen, als bekäme er seine Ideen spontan?

Absolut, was großartig ist. Dann weiß man, dass man nicht nur einfach etwas wiederholt.

Sie bringen auch noch "The Cave" heraus? Wie war es das zu filmen?

Das war hart. Es war über drei Monate lang Nass-Sein in Rumänien, was keine tolle Kombination ist; und von einem Mann in Strumpfhosen mit einem großen Monsterkopf gejagt zu werden. Was soll ich sagen? Man muss alles ausprobieren, denke ich.

Was haben Sie noch anstehen?

Es gibt "The Cave" und einen Kinofilm namens "Click". Es ist nicht der Adam Sandler Film. Es ist ein britischer Film ganz über Liebe und Timing und all das komplizierte Zeug. Sie kommen Ende dieses Jahres heraus. Im Moment mache ich absolut gar nichts. Nur warten.

Sind Sie nach LA gezogen oder bleiben Sie in London?

Nein, ich bleibe in London. London ist mein zu Hause. Ich bin dem nicht abgeneigt, hier zu sein, aber ich weiß nicht, ob ich für eine lange Zeit hier sein kann.

Gab es dort seit den Bombenanschlägen viele Veränderungen?

Es gibt viele Polizisten mit Gewehren auf jedem Bahnsteig und auf den Straßen und das wurde zuvor nie gemacht.

Originalinterview © Blackfilm, alles andere © 2006 LenaHeadey.de-Team | Letzte Aktualisierung am 18. September 2006