Butler morden leiser (1995, Spielfilm)
Unter der Oberfläche der Achtbarkeit liegt der Schatten unserer dunkleren Seite.
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England 1949 - der exzentrische Aristokrat Sir Hugo Coal (Alan Bates) interessiert sich mehr für die Rekonstruktion seiner, bei Ausgrabungen im nahen Moor gefundenen Dinosaurierknochen, als für seine amerikanische Frau Harriet (Theresa Russell), von deren Wohlstand sie leben. Alsbald tritt ein zwielichtiges Diener-Ehepaar seinen Dienst bei den Landadligen an: der listige, verschwiegene Fledge
(Sting) und seine Frau Doris (Trudie Styler) – ihn interessiert nur das Coal-Vermögen und so gibt er der vernachlässigten Lady Harriet die Zuwendung, die sie braucht. Seine Frau, die Haushälterin, freut sich währenddessen über den Weinkeller.
Als Cleo Coal, die Tochter des Hauses, ihre Verlobung mit dem Dichter Sidney Giblet (Steven Mackintosh) bekannt gibt, ist Sir Hugo über dessen Berufspläne nur wenig erfreut. Der neue Butler sorgt für homoerotische Verwirrungen, indem er Sidney verführt. Dieser verschwindet wenig später. Während die Rivalität zwischen Sir Hugo und seinem Angestellten Fledge, die nun beide einen Grund zur Beseitigung Sidneys hätten, zu eskalieren droht, suchen Cleo und die scharfsinnige Mutter des Verschwundenen, Mrs. Giblet (Anna Massey), zusammen mit Inspektor Limp (James Fleet) nach Spuren. Die Hinweise führen vom sumpfigen, von Knochen übersäten Moor zum Schweinestall und letztendlich sogar bis zum Esstisch der Coals.
Nach einem Fluchtversuch gerät der Verdacht auf Sir Hugos Schweinefarmer George Lecky (Jim Carter), der seinem Arbeitgeber dunkle Machenschaften gemeinsam mit dessen debilen Bruder John (Chris Barnes) beichtet und wird zum Tode verurteilt. Wenig später findet Cleo interessante Zeitungsartikel im Zimmer des Butlers. Während Sir Hugo durch einen Schlaganfall gelähmt wird, Doris Fledge unter ständigem Alkoholeinfluss steht und Fledge sich als eigentlicher Hausherr aufführt und mit Harriet am Turteln ist, erinnert sich Cleo an ein giftiges Sekret der Lieblingskröte ihres Vaters...
Lena Headey schafft es ihren Charakter Cleo perfekt auszufüllen und vermag als einzige Person in diesem dunklen, mysteriösen Film Sympathien zu wecken. Sie bewegt sich irgendwo zwischen der jugendlichen Lockerheit ihrer frühen Filme und der emotionalen Tiefe ihrer späteren Werke. Abgesehen davon ist der Film jedoch nicht sonderlich sehenswert.
Patrick McGrath, der Roman und Drehbuch schrieb, erschuf mit 'The Grotesque' einen britischen Kriminalthriller voll schwarzem Humor und bizarren Irrungen, Wirrungen und Intrigen. Die detailfreudige Ausstattung und die zahlreichen Tiere können jedoch nicht über den wenig fesselnden Handlungsverlauf hinwegtäuschen. Dazu kommt ein Schluss, den man mehr erahnt, als dass man ihn sieht. Der Film ist auch bekannt unter den Namen: 'Gentlemen Don't Eat Poets' (USA) und 'Grave Indiscretion' (USA, Video-Titel).

